Hans Mühlbacher
hat über 50 Jahre den musikalischen Weg unseres Orchesters in seiner Funktion als Konzertmeister beeinflusst, aber besonders auch als Freund und Vorbild unser soziales Gefüge geprägt. Er ist am 3. Mai 2008 kurz vor seinem 95. Geburtstag gestorben.

hans mühlbacher

Dipl. Ing. Dr. Hans Mühlbacher

Hans Mühlbacher, geboren 1913 in Ischl, verbrachte seine Kindheit und Jugend in St. Wolfgang im Salzkammergut. Mit 7 Jahren hatte er den ersten Violin-Unterricht. Im Alter von 10 Jahren wurde Mühlbacher von Professor Siegmund Deutsch (einem Schüler Hellmesbergers), der seine Sommerurlaube in St. Wolfgang verbrachte, unterrichtet. Er begann als Geiger und Bratscher mit ambitionierten Einheimischen und Sommergästen Kammermusik zu spielen.1932 maturierte er in Gmunden mit Auszeichnung. Animiert vom damaligen Dirigenten des AOV, Professor Ferdinand Grossmann, trat er 1932 dem Orchester bei. Im selben Jahr begann er das Studium der Technischen Physik an der Technischen Hochschule in Wien. Grossmann leitete zu dieser Zeit das Volkskonservatorium. Dort wurde Mühlbacher von Prof Vittorio Borri, Mitglied des damals sehr berühmten Sedlak-Winkler Quartetts, unterrichtet.1933 nahm ihn Alexander Zemlinsky in das von ihm geleitete Wiener Konzertorchester, ein Berufsorchester auf. Dennoch beendete Mühlbacher 1938 sein Studium als Dipl. Ing. mit einer Arbeit über Rundfunk Entstörung. Für diese erhielt er einen von Viktor Kaplan gestifteten Preis. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich wurde auch der Akademische Orchesterverein "gleichgeschaltet" und der kommissarische Leiter verordnete den Ausschluss einiger Mitglieder, darunter auch Hans Mühlbachers. Seine erste Stellung erhielt er 1938 als Patent-Ingenieur bei der Robert Bosch A.G. in Stuttgart, wo er auch weiter sein Hobby, die Musik, betrieb. Sein Forschungsprojekt zu einer "stereophonen Rundfunkübertragung" wurde zum Patent angemeldet. Noch 1944 konnte er mit seiner als Einzelgänger erarbeiteten Doktor-Arbeit über "Stereophone Rundfunkübertragung" zum Doktor der technischen Wissenschaften promovieren. Seine Patentanmeldung von 1939 wurde erst 1959 zum Patent zugelassen und verfiel, bevor der Siegeszug der Stereophonie 1963 aus den USA nach Europa kam.1945 heiratete Mühlbacher Maria Graf, Koryphäe des Wiener Staatsopernballettes. 1964 wurde ihm für seine jahrzehntelange Tätigkeit als Kirchemnusiker das Malteser Verdienstkreuz 1. Klasse verliehen. 1983 erhielt er einen Literaturpreis, den ihm "DIE PRESSE" für die Beschreibung "Vom Reich zu Österreich" verliehen hat. Anlässlich seines 80. Geburtstags widmete ihm der ORF zwei Sendungen über die stereophone Rundfunk-Übertragung. Im Jahr 1998 hat sich Hans Mühlbacher - nach 50 Jahren als Konzertmeister im Akademischen Orchesterverein - aus dem aktiven Leben unseres Orchesters zurückgezogen. Er stand uns bis zu seinem Tod im Jahr 2008 mit seinem Rat zur Verfügung.

Der in der Wiener Zeitung am 14. Mai 2003 erschienene Artikel über Hans Mühlbacher beschreibt die wichtigsten Stationen seines Lebens. Lesen Sie mehr dazu...

Nachruf für Hans Mühlbacher...